Es ist essentiell, jeden Aspekt, auf den man sich fokussiert,
hörbar anzusagen. Nicht angesagt, gilt nicht, dies muß man wiederholen. So bildet man ein multi-sensorielles Lernprogramm,
mit dem man möglichst viele Daten in das Langzeitgedächtnis überführen kann.
Normalerweise haben Schüler einen Widerstand dagegen, alles
anzusagen. Aber mit Ansage zwingen sie sich, wirklich zu denken und zu
verstehen, weil man gleichzeitig mit einem motorischen Programm wie dem
Klavierspielen nichts aussprechen kann, was man nicht verstanden hat!
Wenn Sie sprechen, worauf Sie gerade fokussieren,
programmieren Sie simultan folgende Aspekte:
1) Atmung (weil man nur sprechen kann, nachdem man eingeatmet hat)
2) Selbstkontrolle (was man gesagt hat, weiß man sicherer, als was man nur
gedacht hat: Gefahr des Selbstbetruges....!)
3) Bewußtsein, ein menschliches Privileg (so viele Dinge sind mit der
Sprachsphäre im Gehirn verbunden, seit wir Sprechen gelernt haben!)
4) Einhämmern der Daten in das Gehirn (je mehr Sinne dabei beteiligt sind,
desto tiefer kommen die Daten ins System!
Keine einzige Note wird jemandem geschenkt!)
5) Was angesagt wurde, ist gültig. Was nicht angesagt wurde, ist nicht
gültig und muß wiederholt werden!
6) Ihr gesamtes motorisches Bewegungsbild wird durch die Programmierung in eine
höhere (Bewußtseins-) Ordnung kommen, als es jemals war.
1) Fingerzahl und Notennamen
Definition des
Ton-Ortes
einer Note
a) Finger-Zahlen FZ
Voraussetzung ist eine harte Arbeit mit dem Fingersatz b) Notenname NN
(zumindest bei schwierigen Passagen ansagen)
c) auch FZ und NN gleichzeitig ansagen präzise bei Ansage des NN spielen
(bei Akkorden mit dem letzten NN)
2) Rhythmus- Struktur
Definition der
Zeit-Struktur
einer Note
Dies ist das wichtigste
"Berufsgeheimnis" für Pianisten und überhaupt Musiker!
Mit diesem Werkzeug werden Sie wirklich professionell! Aber es ist
wichtig, zu verstehen, wie genau man die jeweiligen Ebenen erst "synthetisch"
ohne Rücksicht auf die Musik separat trainieren muß, um später wie
ein Flugzeug auf hoher Rhythmus-Ebene "musikalisch fliegen" zu
können.
Zwei-Takter
1
2
Ein-Takter
1
2
1
Halb-Takter
1
2
3
4
1
2
Viertel
1
und
2
und
3
und
4
und
1
und
2
Achtel
1
e
und
e
2
e
und
e
3
e
und
e
4
e
und
e
1
e
und
e
2
e
Sechzehntel
3) Artikulation
Definition des
Abstandes
der Noten zueinander
Beim Programmieren wird jede Note "l"
oder "p" oder "s" als Abkürzungen für "legato",
"portato" und "staccato" genannt.
Eine nette Übung für alle möglichen
Kombinationen zweier Hände:
Übungs-Nummer
1
2
3
4
5
6
7
8
9
rechte Hand:
l
p
s
l
p
s
l
p
s
linke Hand:
l
l
l
p
p
p
s
s
s
4) Lautstärke, Dynamik
Definition der
Intensität
von Noten
spielen Sie eine einzelne Note in all diesen
dynamischen Abstufungen.
und verstehen Sie, daß es gar nicht so einfach ist, diese 6 Stufen zu
treffen. Aber nach einem erfolgreichen Durchgang hat sich diese
"absolute Lautstärke-Skala" in ihr Bewußtsein eingebrannt!
Die Dynamik wird an jedem Taktanfang angesagt, oder auch bei Änderungen
mittendrin.
Auch crescendo und decrescendo gleichzeitig mit Zeichen und Ausführung
ansagen.
Das "pianoforte" spielt piano und forte (und ein paar mehr
Abstufungen...)
pp
p
mp
mf
f
ff
4) Pedalisierung
Definition der
"Hüllkurve"
der Noten
Wer hat jemals systematisch Pedal geübt?
Auch mal Pedal ansagen und spielen ohne Hände! Dann mit einer, dann mit
beiden!
traditionelle Schreibweise
moderne Schreibweise
ansagen:
Pedal
weg
Wechsel
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